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Jung und frei (2005)

Misstrauisch gehe ich auf die Party,
um dort ängstlich zu tanzen.

Nervös hole ich mir eine Flasche Bier
und nehme sie mit raus, wo ich bedrückt eine rauche.

Nachdenklich gehe ich wieder hinein
und betrachte die andern traurig vom Sofa aus.

Nach anderthalb Stunden hole ich frustriert meine Jacke,
um wütend und zornig nach Hause zu fahren.

Dort werf ich mich aufs Bett und heule die Kissen voll.

Bald kann ich einschlafen.

Ich träume von Freunden, die mit mir lachen;
von Mädchen, mit denen ich flirte;
von Sonne, die scheint, und Musik, die ertönt.
Von Mir, der erblüht und lebt.
Wer ist das, der Ich ist?

Morgens wach ich auf, weil ich friere.

Durch mein Fenster weht kalte Luft vom weißen Himmel.

Und auf der Wiese davor fallen dicke Tropfen
auf das Laub meines Gartens.

Ich sehe die Bäume.

Ich wünschte, es würde Frühling werden.

17.7.08 16:48


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Tagewerk (2005)

Ein neuer Tag, und du bist immer noch hier ...
Dasselbe Bett, dasselbe Fenster,
dasselbe Gesicht im Badezimmerspiegel;
Es sagt: Ich bin so müde.
Es sagt: Ich will hier raus.
Es sagt: Dann mach doch!
Da sagt es nichts mehr.

Ein neuer Tag, eine neue Woche,
ein Monat, schon ein Jahr?
Immer noch hier?
Wovor hast du solche Angst?
Diese kleine gemütliche Höhle hier,
ist das nicht einfach nur zum Kotzen?
Leeres Schweigen im Raum,
nicht mal Musik aus Angst vorm Träumen
Zu dem sie dich verleitet,
denn die Traumbilder werden dich sehen
und dich auslachen
Beweg dich lieber nicht, oder?
Schon wieder Sommer,
dieser Sommer macht mich fertig!
Gehe nicht raus, bin zu beschäftigt mit Selbstmitleid ;
Stopp! Deja vu! Ach fuck,
alles schon mal dagewesen.
Oft schon. Viel zu oft.
Wie eingesperrt, wer hat das gemacht?
Du selbst? Und wo ist der Schlüssel du Penner?
Eine deiner Ketten hast du in der Hand,
du ziehst grade dran
und bläst den Rauch in die Bude,
bevor sie sich zu den anderen gesellt.
Der Aschenbecher schon wieder voll?
Leer ihn und er wird doch wieder voll,
ein ätzendes perpetuum mobile.
Kein Problem, verlass die Höhle,
schleich in die Peripherie
und schütt die Kippen weg!
Dann komm zurück,
dann kann's wieder von vorne losgehen!

Dieser Tag ist schon halb vorbei, halb verschlafen.
Schlafen um des Schlafens willen,
er macht dich nur noch müder!
Aber wer schläft ist unschuldig,
wer schläft wird nicht geweckt, nicht gefragt.
Bist du wach, will etwas in dir denken,
etwas will dich vor den Spiegel zerren,
etwas versucht dich anzuschreien:
Sieh dir das an!
Ist es das was du willst?
Willst du das nicht ändern?


Deswegen denk lieber nicht, oder?
Beschäftigung, du könntest schon wieder staubsaugen, die Spuren aufräumen von Bewegungslosigkeit,
verdammt, lachhaft, diese Bude ist lebendiger als du! Siehst du wie höhnisch diese Kaffeemaschine grinst? Weiß sie doch, dass du sie brauchst
um aufzustehen, du Junkie
und dass sie doch die müden Augen nicht belebt,
dass du sie morgen wieder brauchen wirst!
Ich kann nicht atmen ...
Hast du nicht auch das Gefühl,
du räumst dein Leben hin und her,
von einer auf die andre Seite
und es ändert sich nichts?
Wie Unkraut, das du zupfst,
und das nächste Woche
schon wieder nachgewachsen ist,
als wäre nichts geschehen?

Das ist ein Kreis! Wie lange noch?


Komm schon ...

17.7.08 15:46


Warum? (2005)

Ihr wart meine Freunde
Und damit mein Leben
Meine Burg, mein Hafen, mein Boden
Ich gab alles für euch,
und von euch schöpfte ich Kraft
Gab ich genug oder nahm ich zuviel?
Ich habe nie gerechnet, ich weiß es nicht
Euch zu haben war für mich Liebe
Liebe im Stillen, im Augenblick,
im Lächeln, im Schweigen
Meine Art von Liebe
Und so nur für euch

Dann kam euer Betrug
Betrug nicht mit anderen,
Betrug an euch selbst
Und damit an mir
Warum?
Ihr betrogt wie ich liebte
Im Schweigen, im Blick
Verschwand der Boden unter meinen Füßen
Und ich aus euren Herzen, so gründlich und schnell
Dass ich mich fragen muss ob ich jemals darin war
Leise wie ein Hauch, ohne lauten Sturm
Klagtet ihr mich an, als ich mich nicht wehren konnte
Zeigten eure Finger auf mich, eine ruhige Geste
Und formten eure Lippen Worte, so unfassbar,
dass ich meinte, ich müsste taub werden
Und kaum drangen sie in mein Hirn,
da stießen sie hinab,
zerfetzten meine Eingeweide,
füllten Blei in mein Herz
und warfen es in die Magengrube,
worin es fiel wie ein Stein


Ein zartes Versehen, zum Verbrechen aufgebauscht,
eine kleine Geschichte, hundertmal verzerrt
Unterstellung und Verdacht, so grotesk,
daß ich schwindele
und schließlich Gleichgültigkeit,
so kalt, daß ich kotzen muss
Warum? Warum?

Bin tagelang gerannt, hab nächtelang geweint,
hab stundenlang gefragt, stundenlang geflucht,
mit eurem Alp in meinem Nacken,
schwerer mit jedem Schritt
hab nie gelernt mich dagegen zu wehren,
hab lieber vertraut statt kämpfen gelernt –
töricht; ich könnte lachen müsste ich nicht heulen

Ja, ihr habt mich kalt erwischt!
Getroffen wo es schmerzt,
mit dem ersten Schlag besiegt
Ich find keine Worte, steh stumm vor euch da
Und mein Schweigen, glaubt ihr, gibt euch recht

Was soll ich sagen?
Bin leergeweint und heiser gebrüllt
Kann nicht glauben, dass soviel Bosheit in euch ist
Doch ich denke, ich liege falsch
Ihr seit nur feige, nicht böse
Und was das Schlimmste ist:
Es lässt euch ganz einfach kalt!

Warum?

17.7.08 15:43


Ich liege im Gras - Ein Liebesgedicht. Nach der Liebe (2005)

Ich liege im Gras, schaue in den Himmel
und frage mich, warum du mich zerstören willst

Ich bewundere dich,
wie gut du mich kennst,
wie gut du das kannst
Nadelstichartig, perfekt getroffen,
hauen deine Worte kleine Ritze in meinen Magen
Die Luft bleibt mir weg
und mein Herz zieht sich zusammen.

Wow

Du jonglierst mit Masken
wie andre mit Bällen
Lächelst in die Welt
und schenkst nur mir deinen finstersten Blick

Ich bin privilegiert

Ich verschränke die Arme hinterm Kopf,
wippe mit den Füßen, blinzle in die Sonne
Scheine über mir zu schweben
und alles mal ganz nüchtern zu sehn, plötzlich

Du weißt, wo du mich treffen kannst,
weißt ganz genau, was du sagen musst
Ich grinse, warum nur, ich grinse

Ein kleiner Igel bist du, du rollst dich zusammen
und zeigst deine Stacheln
Kauerst dich zusammen, versteckst dich,
um nicht getroffen zu werden
Und schießt kleine Stacheln
in meine offene Brust

Doch ich muss lächeln
So gern wärst du stark,
würdest mich so gerne fällen
Doch du musst dich verkriechen,
wieso, komm her,
sieh her, ich weine doch auch
ja – das ist meine Stärke

Ich glaube du bist schwach

Pass auf dich auf, ja?

17.7.08 15:39


Alles (2005)

Ich schneide mich
Zum letzten Mal
Ein paar Blatt Papier
Ich schreibe mit Blut
Was ist das?
Ein Abschiedsbrief. Mein Tagebuch.
Mein Schmerz. Meine Seele. Mein Herz.
Es spiegelt mich selbst
Das ist alles
Nun ist es raus
Codierte Wirklichkeit
Mein Leben, kompakt
Kein Geheimnis mehr
Nichts mehr Innen
Nach außen gekehrt
Was nun?
Ich schicke dir
Was niemand wissen durfte
Lies es
Ich schenk es dir
Jetzt verbrenn es
Tot bin ich schon lang
Und jetzt kann ich leben
Nichts das mich schützt
Doch auch nichts, was du verletzen kannst
Denn jetzt weißt du alles
Und kennst mich doch nicht
Lebwohl jetzt, es war schön mit dir



Ich muss los…
17.7.08 15:33


Auge des Taifun (2005)

Ich sitze in der Mitte
 
Wegweiser in alle Richtungen
Doch sie rasen im Kreis,
ihre Botschaft nicht zu sehen
 
Alle Pfade ins Weisse
 
Ich atme im luftleeren Raum,
Ich hänge an Seilen, fest gezurrt,
viel zu locker gestrafft
Ich rauche um zu überleben,
hülle alles in Schwaden
Um zu sehen wie der Rauch sich bewegt
 
Meine Glieder sind zu schwer
um auf dem Boden zu bleiben
Bleischwer und wattenweich
 
Träge pendle ich im Auge des Taifuns
 
Hellwach und glasklar sehe ich die Welt
durch trübe müde Augen
Erschöpft ruht mein Pol aus zirkulierender Energie
in sich, wankt und lauert
Die Sonne überflutet alles mit lähmender Wärme
und dunklem, rotbraunem Licht

Doch der Windstoß wird kommen,
sehr bald schon kommen
In der trägen Schwere spannen sich Muskeln,
knirschen Wirbel, staut der Schrei sich im Rachen
Ja, gib mir nun einen Stoß! gib mir nun einen Stein!
Und die Lawine wird rollen, zerschlage die Sanduhr,
und der Sandsturm zerfrisst die Pfeiler
auf denen ich landete vor zu langer Zeit
Ich werde endlich fallen, doch
der Fall ist mein Sprung
In den Strom, in den Sturm,
komm reiß mich mit, ich kann nichts verlieren!
Zu lange schon hier, zu lange schon schwer,
zu lange schon Sklave
Von mir und der Angst
Raus aus der Kugel aus Glas in die Flut der Sinne
Reize sie aus, ich will, dass es wehtut
Lass mich ertrinken, ich rette mich selbst
Ich bin nicht mehr einer, ich bin zehntausend
Und lass mich nicht fangen, nie wieder!
17.7.08 15:28


Rosmarin (2005)

Sonne auf meinem Gesicht
Perlendes Wasser auf deiner Haut
Meine Hände an deiner Taille
Dein Körper nah bei mir

Lachen in deinem Gesicht
Meine Lippen auf deiner Haut
Deine Hände im nassen Haar
Dein Körper verführt mich zum träumen

Wind im Haar, die Hände zum Himmel
Der blau ist, ohne Wolken, über grünen Blättern
Die Luft ist warm, die Welt erstrahlt
Riecht nach Sommer, Gras und Rosmarin

Keine kalten Winde, wir schwitzen Leben aus den Poren
Und hören nicht auf diesen Duft zu verschlingen
Als hätten wir Angst, er wäre bald weg
Tun wir so, als wären wir jung!

Keine bösen Worte, keine Sorgen, kein Schmerz
Das Leben reicht uns die Hand, zeigt uns
Dass es schön ist, läd uns ein, glücklich zu sein
Wenigstens für jetzt

Sternenhimmel, Grillenzirpen, eine Decke und zwei Kerzen
Wir liegen im Gras und die Welt steht still
Das flackernde Licht bescheint deine Makellosigkeit
Und selten war etwas schöner, als dich zu sehn und zu spüren

Die Nacht geht zu neige und die Zeit ist vorbei,
die Vögel künden vom Neuen das kommt,
vom immerselben das kommt, das diesen Tag wegwischt
wir haben Angst, wir wissen es genau

Diesen Tag mit dir und dem Duft nach Rosmarin
Behalt ich mir, hebe ihn auf und halt mich dran fest
Ich bin nicht romantisch, nur vorsichtig
Von guten Zeiten müssen wir zehren
17.7.08 15:26


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